Donnerstag, 11:10 Uhr

Philo-Sophie (2)

Wann ist ein Freund ein Freund?

Wann ist ein Freund ein Freund?

„Ich habe sechs Freundinnen und einen Freund, Mama.“ An Sophies Gesicht erkenne ich, wie schön sie das findet und wie stolz sie darauf ist. Offensichtlich hat sie gerade scharf darüber nachgedacht, wen sie dazuzählt und wen nicht.

Blitzschnell überschlage ich im Kopf, auf wie viele Freundinnen und Freunde ich wohl komme. (Nicht in Facebook!) Und lasse mir dann von Sophie erklären, warum sie Nora als Freundin bezeichnet, Paula dagegen nicht: Eine Freundin sei eine, die sie schon lange kennt, mit der sie gern zusammen ist und mit der sie sich gegenseitig hilft. „Und dass wir besonders zusammen sind, ganz dick, das erkenne ich daran, dass wir auch Geheimnisse teilen und Freundschaftsbändchen austauschen!“

„Ich verstehe.“ Dann fällt mir Lea ein. Total nervig sei die, richtig blöd, und nie mehr werde sie mit der spielen, beschwerte Sophie sich bei mir kürzlich unter Tränen. Es ging um Spielsachen, um Süßigkeiten, um die (vermeintliche) Bevorzugung von anderen Mädchen – mich erinnerte das an gelegentliche eigene Irritationen über das Verhalten meiner „besten“ Freundin Hanna, wenn sie zum Beispiel ein lange geplantes gemeinsames Wochenende wegen eines banalen Schnupfens absagte … „Trotzdem sagst du immer noch, Lea ist deine Freundin!?“

„Ja“, sagt Sophie und erklärt mir, wie die Mädchen ihre Streitereien ganz praktisch lösen. Zum Beispiel so: „Wer’s lieber hat, bekommt’s, und beim nächsten Mal geht’s anders ’rum“ – und so weiter. „Und wenn’s beim nächsten Mal doch wieder Streit gibt?“, bohre ich weiter. „Dann muss man irgendwann aufhören und sich vertragen“, erklärt Sophie ganz entschieden, „denn sonst geht es ja nicht weiter.“

Puh, was für eine wahre und weise Aussage! Auf meinen Ärger über Hanna übertragen heißt das wohl: Besser früher als später muss ich mir überlegen, ob ich wegen eines geplatzten Wochenendes meine beste Freundin in Frage stellen will.

Es hat sich gelohnt, mit Sophie über Freundschaften nachzudenken, statt sie gleich auf ihre Widersprüche im Umgang mit Lea hinzuweisen. Können und wissen wir Erwachsenen es denn wirklich besser?

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