Freitag, 01:42 Uhr

Liebe Eltern,

als unsere Lara drei Monate war, überredete mich meine Freundin Sandra zu einem Stadtbummel: „Wie früher. Du wolltest doch sowieso zur Taufe ein nettes Kleid kaufen.“ Meine Mutter freute sich darauf, Lara als erste Babysitterin zu versorgen – alles super einfach. Trotzdem war ich aufgeregt. Endlich wieder Freiheit spüren, shoppen und in einem Café ungestört über alles und jeden schwätzen, wunderbar! Wie früher eben.

Dann ist der verabredete Tag da. Lara ist gut gelaunt, das Wetter schön. Fröhlich ziehen Sandra und ich los. Natürlich hat Mama meine Handynummer, „für alle Fälle“. Alle Viertelstunden schaue ich nach. Alles klar mit Lara? Und bei der ersten Gelegenheit – wir genehmigen uns gerade Kaffee und Kuchen – rufe ich an. Von der Toilette aus; Sandra muss ja nicht merken, dass ich Laraweh habe. Mit der Kleinen ist alles okay, sie hat die abgepumpte Milch aus der Flasche akzeptiert. Mama ist klasse! Trotzdem. Mich zieht’s zu Lara. Ich habe keine Lust mehr auf hippe Mode, blasierte Verkäuferinnen oder aufs Ratschen über „das Leben“. Mein Leben ist gerade besetzt von einem süßen, knuffigen Baby. Für die Taufe finde ich schon irgendwas im Schrank.

Sandra, die kinderlose, schaut verständnislos, als ich von der Toilette zurückkomme und mit entschlossener Miene für uns beide zahle. „Doch, es hat mir gefallen. Aber …“

Beate Dahmen

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