Freitag, 01:37 Uhr

Liebe Eltern,

natürlich! Bettina hat ihr Handy ausgeschaltet! Sie will die tägliche Ausfahrt mit Anna im Kinderwagen genießen und sich nicht von Call-Centern stören lassen, die ihr neue Versicherungen oder Telefontarife aufschwatzen möchten, sagt sie. (Oder von einem Ehemann, der die Nachbestellung von Druckertinte vergessen hat, vermute ich.)

Aber eigentlich hat sie ja Recht. Wie fühlt sich wohl ein Kind, das, Gesicht in Fahrtrichtung, durch die Fuß­gängerzone oder den Park geschoben wird, während die Mama in seinem Rücken dauertelefoniert? Viele der Kleinen halten sich – notgedrungen, vermute ich – an einer Nuckelpulle oder einem Brötchen fest; über die Folgen des Zuckerkonsums schimpft der Zahnarzt dann später. Und kürzlich meldete ein Ärzteblatt: In den Emergency-Rooms der USA landen zunehmend FußgängerInnen, die durch Handy oder Smartphone abgelenkt verunglückten.

„Wenn ich mich mit meinem Kind beschäftige, dann beschäftige ich mich mit meinem Kind.“ (Und überlasse das Telefon dem Anrufbeantworter.) Würde Bettina wohl in Abwandlung einer vielzitierten Anekdote über die Quelle der Achtsamkeit und des Glücks sagen. Okay. Der Fußmarsch zum Office-Shop wird mir übrigens auch guttun.

Josef Pütz

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