Sonntag, 12:39 Uhr

Religiöse Erziehung

Der liebe Gott ist überall

Religiöse Erziehung

Sonntagmorgen, die Glocken läuten. Ach ja, die Kirche. Gleich ist Gottesdienst. Wie lange waren wir eigentlich nicht mehr da?

In den meisten sonntäglichen Gemeindegottesdiensten kommen Familien mit kleinen Kindern praktisch nicht mehr vor. Das ist nichts für uns, denken viele. Doch es lohnt sich, genauer hinzuschauen und sich zu informieren: In vielen Gemeinden gehören Familiengottesdienste, auch für Krabbelkinder, mittlerweile zum Standard.

Und wenn sich vor Ort keine Angebote für Familien mit Kindern finden? Kommen dann vielleicht auch meine persönlichen religiösen Bedürfnisse zu kurz? Oder der geistige Rückhalt unserer Partnerschaft? Was wünschen wir uns für die religiöse Entwicklung unserer Kinder? Welche Unterstützung erwarte ich dabei durch unsere Gemeinde?

Fest steht: Kinder begegnen Gott überall. Für sie ist, was wir „Gott“ nennen, auf dem Spielplatz, in der Badewanne, am Esstisch, in der Natur und überall da zu entdecken, wo sie ganz Kind sein und ihrer Neugier freien Lauf lassen dürfen. Also auch im Kirchenraum und im Gottesdienst – sofern sie sich dort einigermaßen frei bewegen können und sich nicht nur an unverstandene Abläufe anpassen müssen. Krabbelgottesdienste laden dazu ein, leider nur viel zu selten.

Zunächst und ganz elementar ist „Kirche“ für Kinder jedoch zu Hause, wenn Eltern dort ihren eigenen Glauben leben und die Kinder dabei miteinbeziehen. Ausdruck findet das zum Beispiel, wenn Eltern 

  • mit ihren Kindern beten – am Esstisch, vor dem Einschlafen, für den erkrankten Großvater, aus Dankbarkeit für ein schönes Erlebnis ...
  • das Kirchenjahr mit seinen Festen und Anlässen als Familie mitfeiern. Anregungen dazu finden sie im Internet unter www.familien234.de.
  • ihren Kindern von Jesus erzählen. Geschichten spielen im Kinderalltag eine große und gute Rolle. Zwar ist die Bibel kein Kinderbuch, aber gerade manche Gleichnisse, in denen Jesus selbst seine Botschaft anschaulich verpackt, bieten schon kleinen Kindern einen guten Zugang (wie die „Vom verlorenen Schaf“ und „Vom guten Vater“).

Unterstützung bei der religiösen Bildung und Erziehung ihrer Kinder versprechen Eltern besonders die kirchlichen Kindertagesstätten. Einrichtungen, die sich zu Familienzentren weiterentwickelt haben, wenden sich mit ihren Angeboten oft auch an Familien, deren Kindern in der Kirche (noch) nicht „zu Hause“ sind.

Atempause

Das Schönste für ein Kind ist Sand.
Ihn gibt‘s immer reichlich.
Er rinnt unvergleichlich
zärtlich durch die Hand.
Weil man seine Nase behält,
wenn man auf ihn fällt,
ist er so weich.
Kinderfinger fühlen,
wenn sie in ihm wühlen,
nichts und das Himmelreich.

Denn kein Kind lacht
über gemahlene Macht.

Joachim Ringelnatz

Anregungen für ihr persönliches Wachstum im Glauben finden Eltern

  • in Familienkreisen,
  • in kirchlichen Familienbildungsstätten,
  • bei Familienwochenenden, zu denen u. a. Gemeinden, die Familien- und Alleinerziehendenreferate der Bistümer, Bildungshäuser und Familienverbände einladen,
  • bei Besinnungstagen und ähnlichen geistlichen Auszeiten für Familien,
  • durch die Angebote der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung (s. www.akf-bonn.de) und andere Initiativen zur Förderung der Spiritualität im Alltag von Familien (z. B. www.familienspiritualitaet.de).
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