Sonntag, 17:32 Uhr

Liebe Mutter, lieber Vater,

freudestrahlend hält mir Joel den Flyer hin: „Verkaufsoffener Sonntag in der City! Für jedes Kind ein Eis geschenkt!“, lese ich. „Da gehen wir doch hin, Mama, oder? Ich brauch’ doch sowieso neue Fußballschuhe!“ Und alle seine Freunde würden auch da sein.

Eigentlich widerstrebt mir das. Ich denke an meinen Bruder, der Verkäufer ist, und an seine Kolleginnen und Kollegen, die an diesem Wochenende keinen freien Tag haben. Stattdessen stehen sie hinter der Ladentheke, damit ihre Mitmenschen ein besonderes Shoppingerlebnis außer der Reihe haben. Ich finde, der Sonntag sollte der Familie gehören und der Erholung dienen. So viel Schönes können wir am Sonntag tun, wozu an den Werktagen keine Zeit bleibt! Und ich bin überzeugt, dass der Rhythmus von Arbeit und Erholung uns gut tut.

Für mich ist der Sonntag ein Geschenk zum Durchatmen; dazu gehört für meinen Mann und mich auch, mit der Familie den Gottesdienst zu besuchen. Doch mit meinem Versuch, diese Einstellung Joel verständlich zu machen, ernte ich nur enttäuschtes Maulen. Also, neuer Anlauf: „Wir gehen am Samstag in die Stadt und kaufen deine Schuhe. Und am Sonntag schlafen wir länger, gehen gemeinsam in die Kirche, schnappen uns den Picknickkorb und machen eine Radtour. Was hältst du davon?“ „Hört sich gut an“, grinst mein Sohn, „aber nur, wenn ich unterwegs auch ein Rieseneis kriege …“

Petra Kleinz

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