Donnerstag, 10:12 Uhr

Beziehungsspiele

Wenn zwei sich streiten …

Manche Mutter versteht sich mit ihrer Tochter ausgezeichnet, solange die beiden allein sind. Ist jedoch der Vater in der Nähe, ist die junge Dame wie ausgewechselt und hat ständig Reibereien mit der Mutter. Der Vater ist manchmal genervt. Mitunter erlebt er sich aber auch als „Hahn im Korb“, wenn die beiden um seine Sympathie konkurrieren.

Der Vater sei zu streng mit dem Sohn, meint eine andere Mutter. Sie neigt deshalb dazu, ihn zu beschützen. Der Vater hat den Eindruck, die beiden steckten unter einer Decke und drängten ihn in die Rolle des ewigen Störenfrieds. Soll er sich schmollend zurückziehen – oder sind Klärung und Auseinandersetzung nötig? Vater, Mutter und Kind – das lässt viele Möglichkeiten des Zusammenspiels zu. Zum Beispiel: „Wer ist die nettere, beliebtere?“ „Wir zwei kommen gut klar miteinander, ein Dritter stört nur.“ Gerade die verschiedenen Konstellationen und Rollen, in denen sich Kinder und Eltern erleben können, machen das Leben in der Familie zu einem wichtigen Übungs- und Lernfeld für erwünschte und nicht erwünschte Formen des Zusammenspiels.

Damit das Zusammenleben klappt und eine gute Vorbereitung auf das Leben außerhalb der Familie wird, haben sich einige Spielregeln bewährt:

  • Alle gehören zusammen und sorgen füreinander. Trotzdem ist jeder ein eigener Mensch, hat ein Recht auf seine Meinung, aber auch seine persönliche Verantwortung. Wenn zum Beispiel das Verhalten des Kindes von Lehrern oder anderen „Fremden“ kritisiert wird, geht es um das Kind – und die übrigen Familienmitglieder müssen sich nicht automatisch mit angegriffen fühlen.
  • Eltern und Kinder trennt eine Generationengrenze: Kinder können nicht in dem Sinn Partner oder Freunde der Eltern sein, wie die es füreinander oder für andere Erwachsene sein können. Bei Konflikten zwischen den Eltern dürfen die Kinder nicht als Schiedsrichter, Schlichter oder Tröster benutzt werden.
  • Kommt es einmal zu wirklich schwierigen  Situationen und Enttäuschungen innerhalb der Familie, ist es Aufgabe der Erwachsenen, wieder Durchblick zu gewinnen, die Kinder zu verstehen und für sie zu sorgen – und nicht so zu tun, als könnten diese genauso vernünftig sein wie die Erwachsenen.
  • Oft ist es für die Erwachsenen sinnvoll, sich ganz bewusst zu fragen, wann sie ganz persönlich als Mann und Frau handeln, oder sich als Paar gegenüber den Kindern auch einmal abzugrenzen.

Wenn die Rollen der Eltern und Kinder grundsätzlich klar sind und nicht vermischt werden, dann dürfen Mutter oder Vater auch einmal „kindisch“ sein. Und Kinder können kluge Einsichten und Einfälle „wie ein Alter“ haben und damit Anstöße für das Leben der ganzen Familie geben.

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