Dienstag, 18:37 Uhr

Erziehung

Wir beide gegen das Problem

Aufräumen. Hausaufgaben. Fernsehen. Flöte üben. Falsche Klamotten, verspätete Heimkehr, öde Sonntagsausflüge, laute Musik undsoweiter. Anlässe, sich in die Haare zu kriegen, bieten sich Eltern und Kindern satt und genug. Und das ist ganz normal so. Das Dumme ist nur: Die allfälligen Konflikte schaukeln sich gerne mal auf. Ein Wort gibt das andere, die Gefühle kochen hoch – und dann?

Die überlieferte Lösung heißt: Die Eltern setzen sich durch, notfalls mit Hilfe von Taschengeldentzug oder anderen Drohungen. Folge: Die Kinder fühlen sich als Verlierer, schmollen und suchen Revanche (verweigern den Gutenachtkuss, „vergessen“ das Blumengießen …). Die Eskalation geht insgeheim weiter, das Familienklima leidet. Oder umgekehrt: Die Eltern geben nach – weil der Klügere das eben tut oder aus Angst, dem Kind zu viel zuzumuten. Folge: Die Kinder lernen nicht, sich auseinanderzusetzen und Kompromisse zu schließen. Und am Selbstbewusstsein der Eltern nagen Hilflosigkeit und Ärger.

Gesucht ist deshalb eine Methode, die unvermeidlichen Konflikte so zu lösen, dass kein Verlierer zurückbleibt. Der erste Schritt dazu ist ein Perspektivwechsel. Statt „Ich gegen Dich“ spielen wir „Wir beide gegen das Problem“.

Das Kind erklärt seine Beschwerden und Wünsche.

Mutter/Vater hört zu und zeigt, dass sie/er die Gefühle des Kindes versteht (vgl. Elternbrief 29). Es fühlt sich dadurch angenommen; umso bereitwilliger lässt es mit sich reden.

Mutter/Vater erklärt die eigene Position.

Gemeinsam sammeln sie Ideen für die Lösung. „Spinnen“ ist ausdrücklich erlaubt; je mehr sie dabei gemeinsam lachen, desto besser.

Jeder Vorschlag wird durchleuchtet: Könnte er funktionieren? Oder fehlen dafür Voraussetzungen, die wir nicht in der Hand haben? Welche Folgen ergeben sich daraus?

Vorschläge, die das Kind oder Mama/Papa nicht akzeptieren können, werden gestrichen.

Aus den verbliebenen suchen sie den besten aus.

Sie vereinbaren eine „Manöverkritik“, bei der sie den Erfolg ihrer Lösung überprüfen.

Der Nachteil dieser Strategie liegt auf der Hand: Sie kostet Zeit. Wenn’s schnell gehen muss, begnügen Eltern sich deshalb besser damit, aus einer drohenden Eskalation auszusteigen, und vertagen eine Lösung: „Okay, Schatz, für heute darfst du mit deinen Freunden zum Schwimmen. Aber heute Abend bereden wir, wie wir das mit den Hausaufgaben für die Zukunft regeln.“

Einwand Nr. 2: „Unser Sohn rastet immer gleich so aus, dass an ein ruhiges Gespräch kein Denken ist!“ Tatsächlich setzt eine vernünftige Konfliktlösung voraus, dass beide Parteien ihre Gefühle im Griff haben. Andernfalls müssen Eltern ihre Kinder erst einmal „herunterholen“, trösten und Verständnis für ihre Gefühle zeigen – aber gleichzeitig auch klar stellen, dass sie Beschimpfungen und Beleidigungen nicht dulden. Danach kann’s dann zur Sache gehen.

„Weniger Stress – mehr Freude“, so das Motto des Elternkurses Kess-erziehen.
Eine wissenschaftliche Studie belegt, dass Väter und Mütter nach der Kursteilnahme ihren Erziehungsalltag deutlich entspannter erleben – und das noch ein Jahr nach dem Kurs. Mehr Infos unter www.kess-erziehen.de

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