Montag, 10:17 Uhr

Nach der Schule

Chillen, reden, toben

Und wer kümmert sich um unser Kind, wenn die Schule aus ist? Vor allem vollzeit berufstätige Mütter und Väter sehen sich vielerorts beim Wechsel ihrer Mädchen und Jungen in die Grundschule wieder mit einem Problem konfrontiert, das ihnen die Kita jahrelang abgenommen hatte: der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dabei hapert es nicht nur an der Zahl, sondern auch an der Qualität der Betreuungsplätze. Bei genauem Hinsehen entpuppt sich manches schulische Betreuungsangebot nämlich als notdürftige Versorgung mit Mittagessen plus anschließende Aufsicht durch prekär beschäftigte Hilfskräfte. Die Folge: Viele Eltern, vor allem Mütter, schränken notgedrungen ihre Berufstätigkeit ein, um ihre Erstklässler selbst zu betreuen. Oder sie suchen eine andere private Lösung, zum Beispiel mit Hilfe von Groß- oder Tageseltern.

Wie auch immer und wann auch immer für die Kinder die Schule aus ist: Für die weitere Gestaltung ihres Nachmittags gilt es, die richtige Mischung zu finden. Sie brauchen die Möglichkeit,

  • sich zu entspannen. Drei oder vier Stunden lang konzentriert bei der Sache zu sein, sich danach womöglich noch genauso lange in der Betreuung im Gewusel von 20 anderen Kindern zu behaupten – das kann Sechsjährige ganz schön anstrengen.
  • sich auszutoben. Zwar ist das Stillsitzen längst nicht mehr die höchste Tugend in der Schule; trotzdem kommt der Bewegungsdrang vieler Kinder dort zu kurz.
  • sich auszusprechen. Auch wenn es „nur“ um den kleinen Kummer auf dem Schulhof oder im Schulbus geht – Kinder brauchen ein offenes Ohr für alles, was sie in der Schule gefreut oder belastet hat. Routine-Abfragen wie „Wie war’s in der Schule?“ oder gar „Was hast du heute gelernt?“ erweisen sich dagegen oft als Gesprächskiller.
  • eigenen Interessen nachzugehen. Egal ob Fußball, Flöte oder Pfadfinder – Hauptsache, die Kinder sind von Herzen dabei. Vor allem Mädchen und Jungen mit Problemen beim Lernen können so Selbstvertrauen und Lebensfreude sammeln und ein Gegengewicht zur Schule aufbauen.

Übrigens: Die Erfüllung dieser Bedürfnisse ist auch ein Maßstab für die Qualität von Betreuungsangeboten. Gut, wenn Eltern die Verantwortlichen in Schule und Gemeinde bei Bedarf nachdrücklich daran erinnern.

Je nach Temperament und nach dem, was die Kinder gerade vor, in und nach der Schule erleben, brauchen sie mal mehr von dem einen, mal mehr von dem anderen. Gutgemeinte Rezepte („Der Junge hat mit der Schule genug zu tun. Zusätzliche Termine am Nachmittag würden ihn nur überfordern.“) führen deshalb oft in die Irre. Vielmehr kommt es darauf an, liebevoll hinzuschauen und -zuhören: Wirkt ihr Kind insgesamt ausgeglichen und zufrieden? Erzählt es gerne von seinen Erlebnissen? Kann es sich auch gut selbst beschäftigen? Dann dürfen Mutter und Vater sicher sein: Wir sind auf dem richtigen Weg.

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