Samstag, 16:43 Uhr

Start in die Schule: die Eltern

Unser Kind wird ein Schulkind!

Ganz klar: Betroffen sind zuallererst die Kinder. Aber mit ihnen kommen auch die Eltern und die ganze Familie in die Schule. Viele empfinden das, jedenfalls beim ersten Mal, als aufregendes Abenteuer, das mit vielen Veränderungen, neuen Anforderungen und Unsicherheiten verbunden ist. Und für fast alle gilt: Die Schule nimmt einen wesentlich größeren Raum im Denken und Fühlen der Eltern ein als die Kita.

Das fängt schon bei der Organisation des Alltags an. Die Morgenroutine ändert sich, der Wecker klingelt früher, alle wollen gleichzeitig ins Bad, danach ein schnelles Frühstück … Wer bringt die Kinder in die Schule, holt sie ab? Wie soll ihre Betreuung nach der Schule geregelt werden? Und vor allem: Die Kinder benötigen in den ersten Wochen zusätzliche Zuwendung, nicht nur wegen der Hausaufgaben. Bis sich das alles eingespielt hat, kann der Start in die Schule ganz schön hektisch sein.

Manchmal sind Mütter und Väter beim Blick auf das, was auf sie zukommen wird, ängstlicher als das Schulkind selbst. Viele Gedanken gehen ihnen durch den Kopf.

  • Habe ich alles Nötige besorgt?
  • Ist unser Kind genügend auf die Schule vorbereitet? Wird es neue, motivierende Erfahrungen machen?
  • Das Schulgebäude ist so groß. Wird sich unser Kind dort zurechtfinden?
  • Auch der Schulweg stellt ganz neue Anforderungen. Wird unser Kind im Straßenverkehr zurechtkommen?
  • Wie wird die Lehrerin, der Lehrer sein? Werden sie genügend auf die Bedürfnisse unseres Kindes eingehen?
  • Wie wird es sich in der neuen Klasse zurechtfinden? Wird es schnell neue Freunde finden und sich in der Schule wohlfühlen?

Aber auch:

  • Werde ich als Mutter oder Vater den Erwartungen der Schule genügen? Was erwartet die Schule von mir?

Dazu kommt: Jede Mutter und jeder Vater haben ganz eigene, persönliche Erfahrungen mit Schule gemacht, die bei der Einschulung ihrer Kinder wieder aufleben. Manchmal wecken diese Erfahrungen eher Befürchtungen statt Vorfreude; umso mehr kommt es darauf an, sich gezielt mit diesen Sorgen auseinanderzusetzen.

Was viele Sorgen beruhigen kann: Schule versteht sich heute auch als Raum, in dem persönliche Entwicklungen stattfinden. Es sollen selbstständiges Denken, Kreativität, eigene Ideen und Kritikfähigkeit entwickelt werden. Gruppenarbeit, Lernspiele und digitale Programme sorgen für einen abwechslungsreichen Unterricht. Eltern und Schülerinnen werden vielerorts in schulinterne Entscheidungsprozesse miteinbezogen, so gibt es auch Lehrer-, Eltern- und Schülerarbeitskreise, die den Schulalltag gemeinsam gestalten.

Genauere Informationen darüber können Eltern beim „Tag der offenen Tür“ und vor allem beim ersten Elternabend sammeln, der in der Regel vor Schulbeginn stattfindet. Es lohnt sich, diese Chancen zu nutzen – um das Schulgebäude und den künftigen Klassenraum ihrer Kinder anzuschauen, Kontakte zu anderen Eltern zu knüpfen, die vielleicht auch Probleme beim Bringen, Abholen und Betreuen der Schulneulinge lösen helfen, und vor allem die Lehrkraft kennen zu lernen, mit der ihr Kind demnächst einen großen Teil seiner Zeit verbringen wird. Vielleicht können sie dabei auch die eine oder andere persönliche Frage und Sorge ansprechen und loswerden.

Solche Termine und Kontakte sind umso wichtiger, als eine andere Informationsquelle für Eltern künftig wegfällt: die „Tür-und-Angel-Gespräche“, bei denen sie sich mit der Erzieherin im Kindergarten unmittelbar darüber austauschen konnten, was ihr Kind gerade erlebt, was es möglicherweise belastet und ob es sich wohlfühlt. Jetzt, in der Schule, sind sie gefordert, ihr Kind ein Stück mehr loszulassen. Das heißt: nicht alles und jedes wissen zu müssen und zu kontrollieren, sondern ihm zu vertrauen, Sicherheit zu vermitteln, es zu ermutigen, ihm aber auch Zeit zu lassen. So helfen sie ihm am besten, unabhängiger und selbstständiger zu werden, die Beziehungen zu den Lehrerinnen und Mitschülern zu festigen und ein „echtes Schulkind“ zu werden. Viele Gedanken und Befürchtungen, über die Eltern sich am ersten Schultag noch den Kopf zerbrachen, lösen sich dann ganz schnell in Luft auf.

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