Montag, 10:17 Uhr

Start in die Schule: Die Kinder

Ich bin ein Schulkind!


Endlich ein „großes“ Schulkind sein: Darauf freuen sich fast alle Kinder. Was genau das bedeutet und was da auf sie zukommt, davon haben sie zwar vorerst nur ungenaue Vorstellungen. Klar, sie werden – und möchten! – lesen, schreiben und rechnen lernen. Sogar auf die Hausaufgaben, die erfahrene Schulkinder oft nur noch als lästig empfinden, freuen sich die Neulinge meist.

Die Aussicht darauf, jeden Morgen früh aufstehen und zur Schule gehen zu müssen, auch wenn sie vielleicht noch müde sind, kann ihre Vorfreude nicht trüben – dazu fehlt ihnen schlicht die Erfahrung. Und die Veränderungen im Tagesablauf der Familie, die sich durch den Wechsel von der Kita zur Schule ergeben, bereiten vor allem den Eltern Kopfzerbrechen. Die Kinder selbst kennen die Schule bisher nur von ihrer attraktivsten Seite – vom „Tag der offenen Tür“, der Aufführung des Weihnachtsmärchens oder von den Schnuppertagen, zu denen viele Grundschulen die zukünftigen Schulkinder vor den Ferien einladen. Die Klassenräume, der Pausenhof, die Turnhalle, der Theaterraum – alles so groß, neu und spannend! Und mancherorts dürfen die „Neuen“ sogar richtig am Unterricht teilnehmen!

So fiebern die allermeisten Kinder der Einschulung sehr selbstbewusst und positiv gestimmt entgegen.

  • Ich habe einen tollen Schulranzen und viele Schulsachen und Stifte und freue mich darauf, endlich alles zu benutzen.
  • Was werde ich wohl alles in meiner Schultüte finden?
  • Wird meine Lehrerin lustig sein und Spaß verstehen? Oder wird sie eher streng sein?
  • Ich bin gespannt auf die neuen Kinder in meiner Klasse. Ob in der Pause wohl jemand mit mir Fußball spielen wird?
  • Ich kann schon bis 20 zählen und meinen Namen schreiben. Bald kann ich ganze Bücher lesen!

Allerdings ist die Einschulung auch mit Verlusten verbunden. Manche Kinder sind vielleicht traurig, weil ihre beste Kindergartenfreundin jetzt eine andere Grundschule besucht. Oder sie vermissen ihre Lieblingserzieherin aus dem Kindergarten. Und auf jeden Fall gehören sie auf dem Schulhof (und manche auch im Schulbus) nicht mehr zu den „Großen“ wie im Kindergarten, sondern zu den Kleinsten. Da fällt es manchmal ganz schön schwer, sich zu behaupten.

Helfen können ihnen dabei Patensysteme, die viele Schulen eingerichtet haben. Mädchen und Jungen aus älteren Klassen heißen die Schulanfänger willkommen, machen ihnen Mut und sind Ansprechpartnerin und -partner für viele Fragen; sie selbst lernen dabei, Verantwortung zu übernehmen. Andere ältere Schulkinder, mit denen die Neulinge sich schon vorher durch die Familie, in der Kita oder auf dem Spielplatz angefreundet haben, können spontan in eine ähnliche Rolle schlüpfen – auch wenn sie vielleicht hin und wieder über zu viele Hausaufgaben oder „blöde“ Lehrerinnen schimpfen.

So können die Neulinge es auch verkraften, wenn Erwachsene ihnen gelegentlich etwas vom „Ernst des Lebens“ erzählen oder davon, dass sie in der Schule den ganzen Tag stillsitzen und gut aufpassen müssen. Zumal sie bald feststellen, dass es in der Realität lockerer zugeht und manches – zum Beispiel beim gesunden Frühstück, das viele Schulen eingeführt haben – sogar ganz ähnlich aussieht wie im Kindergarten.

Viele Eltern werden sich in den nächsten Monaten wundern, welche Riesenschritte in Richtung Selbstständigkeit und Selbstsicherheit ihre Schulanfänger machen. Nach einem halben Jahr haben die meisten ihren Platz in der Klasse und neue Freunde gefunden, ein gutes Verhältnis zu ihren Lehrerinnen aufgebaut und sich an die neuen Abläufe gewöhnt. Aus den Schulneulingen sind echte Schulkinder geworden.

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