
Die Vorzeichen, unter denen Familien geboren werden, könnten unterschiedlicher kaum sein. Ganz egal, wie eure persönliche Situation auch sein mag: In eurem „neuen“ Leben mit dem Kind möchten die Elternbriefe euch unterstützen. Denn: Die Geburt einer Familie bedeutet für alle Beteiligten eine enorme Umstellung. Für Eltern und Kind heißt es, erst einmal „anzukommen“ miteinander, sich Zeit zu nehmen und Zeit zu lassen, um einander kennenzulernen.
In der ersten Zeit ist das Baby ganz auf die Hilfe seiner Umgebung angewiesen. Es muss verlässlich versorgt und gepflegt werden. Es braucht Menschen, die es Nähe und Geborgenheit erfahren lassen, freundlich mit ihm sprechen. Gesichter, die ihm stets vertrauter werden.
Möge der Segen Gottes dich begleiten,
mein kleines Kind.
Möge das Angesicht Gottes über dir leuchten
und dir Frieden schenken.
Mögest du aufwachsen und in der Liebe Gottes
geborgen sein alle Tage deines Lebens.
Franziska Feil
Da ist nicht nur das Schreien, das sich je nach Ursache unterscheidet. Da sind auch die Augen, die ihr Gegenüber offen und neugierig fixieren. Oder die das Baby abwendet, wenn es überfordert und müde ist.
Sein Gesicht verzieht es manchmal zur angewiderten Grimasse und ballt die Finger bei Anspannung zur Faust. Diese und andere Zeichen des Neugeborenen lernen Eltern immer besser zu „lesen“ und können ihm dann umso genauer das geben, was es braucht. Diese Feinfühligkeit der Eltern vermittelt dem Kind sichere Beziehungserfahrungen von Anfang an.
Das gegenseitige Kennenlernen braucht Raum und Zeit. Zeitweise Verunsicherung, Missverständnisse und „Fehler“ auf diesem Weg gehören dazu. Eine Basis für ein gutes Miteinander schafft die innere Haltung: „Ich kümmere mich, versuche dich zu verstehen und angemessen auf deine Signale zu reagieren“.