
Die Vorhänge zuziehen, ein Gute-Nacht-Kuss, ein Schlaflied – mit solchen Ritualen versuchen Eltern, ihr Baby sanft und vertrauensvoll in die Nacht zu begleiten. Viele machen dazu noch ein Kreuzzeichen auf seine Stirn, verbunden mit einem kurzen Gebet: „Sei behütet!“ oder „Gott schütze dich.“
Natürlich verstehen Babys jetzt noch nicht, was das bedeutet: „Gott hat dich lieb und ist für dich da!“ Und noch weniger kennen sie die Bedeutung des Kreuzes, das ihm Mama und Papa auf die Stirn zeichnen. Doch Babys haben feine Antennen für Stimmungen und für die andächtige Atmosphäre, die in diesem Moment den Alltag durchbricht. Mit der Zeit wird das Kind mehr und mehr spüren und verstehen, was hier passiert: Dass seine Eltern den Raum öffnen für ein grundlegendes Geheimnis. Für etwas, das größer ist als sie selbst. Für etwas, bei dem es sich geborgen fühlen darf. Kinder nehmen wahr, dass sich Mama und Papa vertrauensvoll Gott überlassen und zuwenden.

Viele Pfarreien und Bistümer bieten eigene Angebote für Familien mit kleinen Kindern an: Von Krabbelgottesdiensten über Eltern-Kind-Gruppen bis hin zu Wochenendveranstaltungen für Familien. Es lohnt sich, vor Ort nachzufragen oder im Netz zu forschen, welche Aktivitäten es gibt oder welche Formate angeboten werden.
Auf diesem Fundament können Kindern in den Glauben und das Urvertrauen hineinwachsen, willkommen, gehalten und geborgen zu sein. Diese Gewissheit schenken Väter und Mütter ihren Kindern nicht nur, wenn sie bewusst und gezielt religiöse Praktiken ausüben. Vielmehr ist der Anfang ganz schlicht „Beziehung“. Im einfachen Da-Sein und in der zuverlässigen Erfüllung ihrer alltäglichen Bedürfnisse lassen Eltern das Urvertrauen ihrer Kinder wachsen. Ihre Anwesenheit und ihre Zuwendung ist für die Kleinen gleichsam die personifizierte Gotteserfahrung. Rituale – wie ein Kreuzzeichen auf die Stirn zeichnen oder Gebete – fassen diese Erfahrung zusätzlich in Handlungen, Bilder und Worte. Später laden sie zu Nachfragen und Erklärungen ein.
Wenn Mütter und Väter sich und ihren Babys solche „spirituellen“ Momente gönnen, können alle in der Familie
Die emotionale Bedeutsamkeit dieser Gesten und Worte erfassen Babys schnell. Kinder werden diese spirituellen Rituale wiedererkennen. Zugleich schenken solche Rituale dem Kind Sicherheit und Geborgenheit.