
Viele Kinder wachsen mit mehr als einer Sprache auf. Sei es, weil die Eltern unterschiedliche Sprachen sprechen oder weil eine Familie in Deutschland lebt und zu Hause eine andere Erstsprache verwendet. Obwohl manche befürchten, ein Kind könne so „keine Sprache richtig“ lernen, zeigen aktuelle Erkenntnisse: Mehrsprachigkeit ist ein ganz natürlicher Teil des Aufwachsens und bietet wertvolle Entwicklungsmöglichkeiten.
Dabei gilt: Spracherwerb passiert nicht von allein. Kinder brauchen reichhaltige, regelmäßige und echte sprachliche Begegnungen in allen Sprachen, die sie lernen sollen. Im Familienalltag hilft eine klare Orientierung, z. B. jede:r spricht in seiner Muttersprache. Oder, welche Sprache gemeinsam genutzt wird und wann jede Person ihre eigene Sprache spricht. So entsteht eine verlässliche Umgebung, in der Kinder sich gut zurechtfinden.

Eltern, die mehr über dieses Thema erfahren möchten, finden auf folgenden Websites Informationsquellen und Materialien zur mehrsprachigen Erziehung ihrer Kinder: www.mehrsprachigkeit. uni-hamburg.de und www.verband-binationaler.de/themen
Auch andere Bezugspersonen, die konsequent eine bestimmte Sprache verwenden, zum Beispiel in der Kita, unterstützen den Spracherwerb stark: Im Alltag miteinander zu sprechen ist viel wirksamer als digitale Lernprogramme. Denn nichts ersetzt den lebendigen Kontakt zu Menschen, die für das Kind wichtig sind. In diesen Beziehungen wachsen Sprachen am zuverlässigsten.