Sonntag, 05:49 Uhr

Entwicklung

Immer noch nicht trocken …

Die meisten Fünfjährigen sind im Großen und Ganzen sauber. Umso empfindlicher trifft es Eltern, wenn ihr Kind immer noch oder plötzlich wieder ins Höschen macht, und das mehrmals pro Woche! Die nächtlichen Störungen, die ständige Wascherei von Hosen und Bettzeug, die peinlichen Ausreden, wenn Freunde es zum Übernachten einladen ... Verständlich, wenn Eltern über diesem Stress die Geduld mit ihrem Kind verlieren. Doch für die Kleinen wäre das doppelt schlimm. Sie spüren ja selbst, dass sie den Ansprüchen ihrer Umwelt nicht genügen, werden vielleicht sogar von anderen Kindern gnadenlos gehänselt; umso mehr brauchen sie jetzt Rückhalt bei den Eltern.

Das heißt auch: bitte nicht auf eigene Faust an dem Kind herumdoktern, es nachts regelmäßig wecken, seine Trinkmenge einschränken oder es mit einer „Klingelhose“ schlafen lassen. Denn die „Enuresis“ (wie das bei den Kinderärzten heißt) kann ganz verschiedene Ursachen haben, körperliche ebenso wie seelische, und je nachdem sind unterschiedliche Gegenmaßnahmen angezeigt. Deshalb tun Eltern gut daran, sich fachliche Unterstützung zu sichern. Die erste ­Adresse dafür ist der Kinderarzt (Adressen von Spezialisten finden Eltern im Internet unter www.initiative-trockene-nacht.de), bei see­lischen Problemen helfen auch Erziehungsberatungsstellen. Das Wichtigste bei all dem bleibt: den Druck, den das Kind ohnehin spürt, nicht noch zu verstärken. Mit Nichtstun wäre dem Kind zwar auch nicht geholfen, aber es soll spüren: Da ist ein Problem. Aber zusammen mit Mama und Papa kriege ich das in den Griff!

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