Samstag, 23:12 Uhr

Erziehung

Regeln für die Regeln

Wie überall, wo Menschen zusammenleben, gelten auch in Familien mehr oder weniger feste Regeln. Manche haben die Eltern ausdrücklich vereinbart: „Wer von draußen Dreck hereinschleppt, wischt ihn auch wieder weg.“ An andere hat sich die Familie einfach gewöhnt: „Um 19 Uhr essen wir zu Abend.“

Gut so, denn Regeln erleichtern das Zusammenleben; sie ersparen es Familien zum Beispiel, die Zeiten fürs Essen Tag für Tag neu auszuhandeln. Gerade für die Kleinsten werden sie zu einem „Geländer durchs Leben“, das Sicherheit und Orientierung schenkt.

Das verhindert allerdings nicht, dass Kinder ab und zu gegen Regeln aufbegehren. Manchmal versuchen sie damit Grenzen auszutesten; manchmal steckt aber auch berechtigter Protest dahinter, zum Beispiel weil Kinder sich weiterentwickelt haben und „alte“ Regeln nicht mehr passen.

Es kommt also darauf an, klug mit diesem Instrument umzugehen; umso mehr Konflikte können sich Eltern ersparen.

Ein paar Vorschläge:

  • die Zahl der Regeln begrenzen
    Beispiel: Wer keine Süßigkeiten im Haus hat, braucht den Konsum nicht erst umständlich zu regeln.
  • die Regeln eindeutig formulieren
    „Räum dein Zimmer auf!“, sagt Kindern nicht, was genau sie tun sollen. Besser: „Häng deine Jacke in den Schrank.“
  • die Gründe erklären
    Das gilt auch, wenn Kinder die Zusammenhänge (noch) nicht durchschauen.
    Eltern schützen sich damit selbst vor Willkür.
  • die Kinder mitbestimmen lassen
    Über vieles, was die Familie betrifft, können Fünfjährige ernsthaft mit reden.
  • die Folge von Verstößen vorher klären
    Am wirksamsten sind logische Folgen (vgl. › Elternbrief 11).
  • sich selbst an die Regeln halten
    … sonst empfinden Kinder sie zu Recht als pure Willkür der Stärkeren.
  • Ausnahmen zulassen
    Zum Beispiel dürfen bei Familienfesten oder für kranke Kinder besondere Regeln gelten.
  • Verfallsdaten vorsehen
    Markante Daten wie Geburtstage oder der erste Schultag sind gute Anlässe, geltende Regeln zu überdenken.

Und, last not least:

  • zeigen: Ich mag dich, wie du bist.
    Denn Kinder folgen Regeln umso bereitwilliger, wenn sie sich geliebt und nicht nur reglementiert wissen.
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