Mai 2026
Taschengeld: Ab welchem Alter & wie viel ist sinnvoll?
rohaneh auf envato.comUnsere Zwillinge Lena und Louis sind viereinhalb Jahre alt. In der Kita wird diskutiert, ab wann Kinder Taschengeld bekommen sollten und in welcher Höhe. Mein Mann und ich sind uns unsicher: Wir möchten einen guten Umgang mit Geld fördern, fragen uns aber, ob es noch zu früh ist. Ab wann brauchen Kinder Taschengeld und wie viel ist altersgerecht? (Sabrina und Alexander, 40)
Es gibt keine festen Regeln oder Gesetze, ab wann und wie viel Taschengeld Kinder bekommen sollten. Diese Tipps bieten Eltern eine Orientierungshilfe:
- Viele Eltern geben ihren Kindern spätestens ab der ersten Klasse ein Taschengeld. Wann Sie mit dem Taschengeld starten, richtet sich auch danach, ob Ihre Kinder sich schon für Geld interessieren und etwas damit anfangen können. Es sollte sie keinesfalls überfordern.
- Jüngere Kinder bekommen am besten einmal wöchentlich an einem festen Tag ihr Taschengeld, damit eine verlässliche Routine entsteht. Später – wenn sie gelernt haben, ihr Geld einzuteilen – kann dies auch monatlich geschehen.
- Für kleine Kinder ist Bargeld, und zum Aufbewahren ein Sparschwein oder eine Geldbörse ideal, weil sie ihr Taschengeld dann direkt sehen. So begreifen sie den Wert des Geldes leichter als bei Zahlen auf einem Konto.
- Wie hoch der wöchentliche Betrag ist, hängt von Ihnen und der finanziellen Situation Ihrer Familie ab. In „Taschengeldtabellen“ im Netz können Sie nachschauen, was in welchem Alter üblich ist.
- Manche Familien erhöhen das Taschengeld in regelmäßigen Abständen: beispielsweise um 0,50 € pro Schuljahr. So wächst das Taschengeld quasi mit den Kindern. Gerade auch bei Geschwistern unterschiedlichen Alters ist auf diese Weise nachvollziehbar, wer wie viel erhält.
Ihnen ist wichtig, dass Ihre Kinder einen guten Umgang mit Geld lernen. Dazu bietet ein eigenes Taschengeld viele Möglichkeiten:
- Lassen Sie Ihre Kinder frei entscheiden, wofür sie ihr Taschengeld ausgeben. Auch durch Fehlkäufe lernen sie dazu.
- Halten Sie es aus, wenn Ihre Kinder sich Sachen kaufen, die zwar altersgemäß sind, aber die Sie nicht gut finden. Bewerten Sie die Ausgaben ihrer Kinder nicht.
- Ob Ihre Kinder ihr Taschengeld sparen, ist alleine Sache der beiden.
- Wenn das Taschengeld schon montags weg ist, ist das Warten bis zur nächsten Woche eine wertvolle Erfahrung, die den Umgang mit Geld spielerisch schult. Werden Sie deshalb besser nicht „weich“, wenn Ihre Kinder Sie um einen Vorschuss bitten. Sinnvoller ist es zu trösten, wenn sie traurig sind, dass das Geld schon alle ist. Und dann zusammen zu überlegen, wie sich der Betrag besser einteilen lässt.
Kinder brauchen Verlässlichkeit, auch beim Taschengeld: Der Betrag sollte regelmäßig und unabhängig von pädagogischen Gründen wie Strafen oder Belohnungen ausgezahlt werden. So bleibt das Taschengeld ein neutrales Lernfeld und ist abgekoppelt von der aktuellen Stimmung in der Familie.
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