Sonntag, 17:33 Uhr

"Kess" durch die Krise

Ukraine und Corona: Was hilft gegen den Stress

Ukraine und Corona: Was hilft gegen den Stress
Foto: Francisco Moreno auf unsplash

Der Krieg in der Ukraine geht uns nahe – und gleichzeitig stellt uns die Corona-Krise noch immer vor enorme Herausforderungen. Viele Eltern sind erschöpft und stoßen an Grenzen. Da ist es schwer im Familienalltag einen kühlen Kopf zu bewahren. Wird die innere Anspannung zu groß, reagieren Eltern gereizt, werden schon mal laut, sprechen Strafen aus oder sind ungerecht. Da ist der Familienfrieden schnell dahin.  

Schnell wieder gelassen(-er): Soforthilfe-Tipps bei Stress  

Denn der normale Familienwahnsinn geht ja weiter: Die Kinder quengeln, der Geschirrberg vom Tisch landet gerade klirrend auf dem Boden und der Jüngste und die Chefin am Telefon wollen gleichzeitig etwas? Dann ist keine Zeit für lange Bewegungseinheiten, um „wieder runter zu kommen“. Jetzt braucht es eine schnelle Regulation – und zwar sofort! Die folgenden fünf Soforthilfe-Tipps helfen dabei, in herausfordernden Familiensituationen schnell wieder gelassen zu werden:  

  • Ruhig atmen: Atmen Sie so, als wären Sie entspannt. Dadurch bekommt das Gehirn die Botschaft: „Alles in Ordnung!“ Die Ausschüttung der Stresshormone wird so gestoppt. Atmen Sie also ruhig ein und aus und zählen Sie in Gedanken bis zehn. Sie können auch tief Luft holen und mit leicht geöffneten Lippen die Luft wieder ausatmen. Besonders hilfreich ist es, zwischen dem Einatmen und dem Ausatmen eine kurze Pause zu machen.
  • Blickpunkt-Entspannung: Kleben Sie an eine Wand oder an die Zimmerdecke einen unauffälligen runden Aufkleber. Immer wenn Sie aus dem stressigen Gedankenkarussell aussteigen wollen, fokussieren Sie diesen Punkt für eine Minute. So lenken Sie Ihre volle Aufmerksamkeit auf etwas anderes und blenden die stresserzeugenden Eindrücke für einen Augenblick aus.
  • Gehirnhälften vernetzen: Mit einer „liegenden Acht“, die Sie in die Luft malen, können Sie Ihre rechte und linke Gehirnhälfte in Einklang bringen. Dadurch können Intuition und Verstand wieder in Interaktion miteinander treten und die „Stress-Starre“ verschwindet.
  • Lächeln: Diese Muskelbewegung löst einen biologischen Effekt aus. Durch den Druck der Gesichtsmuskeln auf die Nervenenden unter den Wangenknochen erhält das Gehirn die Botschaft: „Gute Laune!“ Es sendet Botenstoffe aus, die für Entspannung und Ausgeglichenheit sorgen.
  • „Notfallpunkt“ drücken: Drücken Sie den Punkt mittig im Handteller zehn Sekunden mit dem Daumen. Mit den Fingern der anderen Hand stützen Sie dabei den Handrücken. Diese kleine Massage sorgt für Entspannung.

Was ist Stress eigentlich und was macht er mit uns?  

Kein Wunder, dass Stress uns zu impulsiven Handlungen treibt. Stress ist fürs Überleben gedacht. Und in lebensgefährlichen Situationen würde uns langes Nachdenken nur in Gefahr bringen. Stress entsteht vor allem, wenn wir uns einer Aufgabe nicht gewachsen fühlen. Dann gehen im Gehirn die Alarmglocken an. Ein schon immer vorhandener, biologischer Mechanismus kommt in Gang, um uns für die „Gefahr“ fit zu machen: Kämpfen oder Fliehen. Nicht lange hadern.  

Die Stresshormone, die ausschüttet werden, wirken sich unmittelbar auf unseren Körper aus: Unser Puls beschleunigt sich. Unser Blutdruck steigt. Wir beginnen zu schwitzen, um unseren Körper vor Überhitzung zu schützen. Die Muskelspannung steigt und unser Atem geht schneller. Die Verdauung wird heruntergefahren. Wir könnten jetzt ganz schnell weglaufen. Oder um unser Leben kämpfen. Das war früher sehr hilfreich, wenn Menschen sich gegen wilde Tiere zur Wehr setzen oder vor einer Gefahr fliehen mussten. Aber all das machen wir in der heutigen Zeit – auch in der Corona-Pandemie – eher selten.  

Stressregulation: Das bringt uns wieder „runter“!  

Stress bedeutet nicht nur, dass wir angespannt sind und impulsiv reagieren. Werden Stresshormone nicht abgebaut und wird der Stress zum Dauerzustand, kann das auch unserer Gesundheit schaden. Anhaltender Stress kann Bluthochdruck, ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, Muskelverspannungen, Migräne, Verdauungsprobleme oder Depressionen verursachen.  

Den Stress zu regulieren tut also sowohl der Gesundheit als auch dem Familienfrieden gut! Aber wie geht das? Ganz klar: am besten bewegen! Denn darauf ist unser Körper jetzt vorbereitet. Nicht immer kann man sich als Vater oder Mutter ausklinken, um ein Workout zu machen oder eine Runde laufen zu gehen. Aber auch ein Spaziergang mit den Kindern oder ein gemeinsames Bewegungsspiel kann beim Regulieren helfen.  

Übrigens: Auch kleine Bewegungen wie malen, kritzeln oder singen können Stress lindern. Das lässt sich auch wunderbar mit Kindern gemeinsam machen. Und manchmal hilft auch einfach, mit jemanden über die momentane Stresssituation zu sprechen.  

Kess-erziehen


Die Texte der Elternbriefe basieren auf dem Ansatz von „Kess-erziehen“.  „Weniger Stress. Mehr Freude.“ ist das Motto der Kess-Kurse. Informationen finden Sie unter: www.kess-erziehen.de

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