
Darüber reden alle: Das immense Glücksgefühl, das Baby endlich in den Armen zu halten. Den Stolz, die Geburt gemeistert zu haben. Die Erleichterung, dass Mutter und Kind wohlauf sind. Doch es gibt auch die Schattenseite: Den Babyblues.
Eine Hauptursache für das Stimmungstief kurz nach der Geburt ist ein abrupter Wechsel im Hormonhaushalt. Für die Versorgung des Babys und das Stillen braucht der Körper einen anderen Hormonstatus als für die Schwangerschaft. Gleichzeitig wirkt die Anstrengung der Geburt als tiefe Erschöpfung nach. Die Folge ist eine Achterbahnfahrt von Gefühlen. Einerseits beschreiben viele Frauen die Geburt als das intensivste emotionale Ereignis ihres Lebens, als überwältigendes Glücksgefühl. Andererseits spüren viele (Versagens-)Ängste, Enttäuschungen und Verlust:
Die Geburt eines Kindes bringt einen tiefgreifenden, unumkehrbaren Wandel mit sich. Diesen Übergang gilt es zu meistern. Das passiert nicht schlagartig mit der Geburt. Es ist ein längerer Prozess, der mit der Schwangerschaft beginnt und im engen Kontakt mit dem Kind weitergeht. Sich auf diese neue Lebensphase einzulassen bedeutet auch, von der früheren Abschied zu nehmen.
Verunsicherung und Ängste sind normale Begleiter in dieser ersten Zeit, in der die Mutter lernt, mit den grundlegenden Veränderungen in ihrem Leben zurechtzukommen. Die „Heultage“ können Ausdruck und Ventil dafür sein. Sie gehen bei den allermeisten Frauen von selbst nach wenigen Tagen vorbei, wenn alle Körperfunktionen und auch die Emotionen allmählich eine neue Balance finden.
Nützliche Informationen sowie Adressen von Selbsthilfegruppen und Fachleuten zu psychischen Erkrankungen rund um die Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt finden Betroffene unter www.schatten-und-licht.de und www.ogy.de/depression_ wochenbett
Vielen Frauen hilft es jetzt, wenn sie über ihre Gefühle sprechen können und in ihrem Umfeld Verständnis, Geduld und Unterstützung finden. Auch das Wissen und die Erfahrung einer Hebamme kann sehr entlasten. Manche junge Mütter trifft es allerdings härter. Ihr Kind kommt ihnen fremd vor. Sie fühlen sich nicht in der Lage, es zu versorgen. Sie können nicht schlafen, kämpfen mit Angst, Panik und Schuldgefühlen. Spätestens nach zwei Wochen sollten sie selbst oder ihre Angehörigen dann ärztliche Hilfe suchen.