
Meine dreijährige Tochter Hannah (3 Jahre) geht mit ihrem gleichaltrigen Freund Theo in dieselbe Kita-Gruppe. Im Moment gibt es dort unter den Eltern heiße Diskussionen über den richtigen Erziehungsstil: Was für Kinder das Beste ist und worauf wir als Eltern in der Erziehung achten sollten. Da ist dann die Rede von Helikoptereltern, Rasenmähereltern, Curlingeltern und so weiter. Theos Mama und ich sind mittlerweile ziemlich genervt von den ganzen Schlagwörtern. Gibt es überhaupt den richtigen Erziehungsstil? (Sarah, 29 Jahre)
Dreijährige Kinder können ganz schön herausfordernd sein: Sie befinden sich mitten in der Autonomiephase, verstehen schon viel von der Welt und legen sich ihre eigenen Erklärungen zurecht. Außerdem ahmen sie vieles nach und ihre Sprachentwicklung „explodiert“. Läuft dann etwas nicht so, wie sie es sich vorstellen, kann sie das aus dem Konzept bringen – und das führt dann zu Stimmungsschwankungen oder Wutanfällen.
Daher ist es völlig verständlich, dass Eltern sich in dieser turbulenten Phase besonders intensiv darüber austauschen, wie man Kinder „richtig“ erzieht. Bei solchen Gesprächen geht es oft darum, die passende Balance zwischen Freiheit und Grenzen einzuhalten. Wichtig zu wissen: Kinder brauchen beides.
Und genau darum geht es oft in Diskussionen über unterschiedliche Erziehungsstile: Was zulassen, was nicht? Wo Grenzen setzen, wo Freiheiten gewähren? Wichtig für Sie als Eltern ist, sich über Ihre eigene Haltung klar zu werden. Welche Grenzen und Regeln möchten Sie Ihren Kindern setzen – und welche Freiräume halten Sie für elementar? Und weshalb ist Ihnen das jeweils wichtig?
Je klarer Sie in Ihrer eigenen Position sind, umso leichter wird es Ihnen fallen, einen Erziehungsstil zu finden, der zu Ihrer Familie passt. Der Elternkurs „Kess-erziehen“ kann Sie dabei unterstützen. Dahinter steht kein Patentrezept für die „richtige“ Erziehung, sondern eine Erziehungshaltung:
K wie kooperativ. Mütter, Väter und Kinder sorgen gemeinsam für ein gutes Familienklima, vereinbaren Regeln und lösen Konflikte so, dass keine:r zu kurz kommt.
E wie ermutigend. Mütter und Väter nehmen ihre eigenen Stärken und die ihrer Kinder in den Blick. Sie fördern die Selbstständigkeit ihrer Kinder und sorgen dafür, dass sie altersgerecht Verantwortung übernehmen und die Folgen ihres Handelns tragen.
S wie sozial. Die Bedürfnisse der Kinder nach Halt und Zuwendung, nach Zugehörigkeit, Eigenständigkeit, Mitbestimmung und Geborgenheit werden erfüllt. Bedürfnisse von Eltern und Kindern werden als gleichwertig betrachtet.
S wie situationsorientiert. Jede Situation ist anders. Die momentanen im Moment gegebenen äußeren Bedingungen werden ebenso berücksichtigt wie die vorhandenen Möglichkeiten und Wünsche beim Kind, bei der Mutter und beim Vater.
Die Kurse gibt es bundesweit und online. Alle Infos zum Konzept und zu den unterschiedlichen Kursangeboten finden Sie auf kess-erziehen.de.
Sabine Maria Schäfer
Erziehungsberaterin, systemische Familientherapeutin und "Kess-erziehen" - Kurs-Referentin

Sie wünschen sich einen entspannteren Erziehungsalltag?
Die kess-erziehen-Elternkurse schauen in erster Linie auf das „Wie“ des Miteinanders und rückten damit die Beziehungsqualität zwischen Eltern und Kindern in den Mittelpunkt. Dabei geht es nicht um Patentrezepte, die immer und überall gültig sind, sondern um eine achtsame und respektvolle Haltung und um einen konsequenten Umgang miteinander.
Es gibt Impulsvorträge, Übungen, konkrete Anregungen für zu Hause und einen Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern!