Dienstag, 00:01 Uhr

August 2023

Geschwister - Kein Stress mit der Eifersucht

Geschwister: Kein Stress mit der Eifersucht
klimkin auf Pixabay

Unsere große Tochter Luisa kommt nach den Sommerferien in die Schule. Ihre kleine Schwester Jana (4 Jahre) ist sehr eifersüchtig. Immer wenn Luisa etwas schon kann oder bekommt, tut Jana alles, um im Mittelpunkt zu stehen. Wir befürchten, dass Luisas Einschulungsfeier ein riesengroßer Stress wird. Was können wir tun? (Markus, 35)

Es ist toll, dass Sie die Herausforderung bemerken und überlegen, wie Sie damit umgehen möchten. Manchmal ist es für jüngere Geschwister schwer auszuhalten, etwas noch nicht zu so gut zu können wie das ältere Kind. Dennoch: Ihre Kinder gleich zu behandeln wäre ungerecht. Im Kern geht es darum, wie Ihre jüngere Tochter lernen kann, mit ihren Gefühlen umzugehen – und wie Sie als Eltern sie dabei unterstützen.

Spannungen aushalten

Ihre Töchter sind in einem Alter, in dem sie bereits erkennen, dass Menschen in derselben Situation unterschiedliche Gefühle haben. Luisa ist stolz und glücklich eingeschult zu werden. Jana ist traurig und verletzt, noch nicht in die Schule zu dürfen. Eine solche Gefühlsspannung bei Menschen auszuhalten, die einem nahestehen, kann auch für Erwachsene herausfordernd sein.

Gemeinsam planen – der Familienrat

Doch schon im Vorfeld können Sie viel dafür tun, damit die Einschulungsfeier ein „runder“ Tag für alle wird. Zum Beispiel mit einem Familienrat bzw. einer Familienkonferenz:

  • Vereinbaren Sie mit Ihren Töchtern einen Termin, an dem Sie sich als Familie zusammensetzen, um über die Einschulungsfeier zu sprechen.
  • Sorgen Sie für eine gute und angenehme Atmosphäre.
  • Starten Sie Ihren Familienrat mit einer Komplimente-Runde: Alle sagen nacheinander etwas Freundliches über die anderen.
  • Erklären Sie kurz, dass Sie über die Einschulungsfeier sprechen möchten und weshalb Ihnen das wichtig ist.
  • Tragen Sie zusammen, was jedes Familienmitglied sich an diesem Tag sich wünscht und braucht.
  • Geben Sie dazu abwechselnd beiden Kindern ausreichend Raum und Zeit, sich zu äußern. Vielleicht wünscht Luisa sich, mit ihren Freundinnen Spaß zu haben und von der Familie beglückwünscht zu werden. Und Jana darf sagen: „Das will ich aber auch alles.“ Luisa kann beschreiben, was für eine Schultüte sie möchte, was ihr Lieblingskuchen ist und wer für sie zur Feier dazugehört ...
  • Laden Sie Ihre jüngere Tochter ein, zu sagen, was sie zur Einschulungsfeier ihrer großen Schwester beitragen möchte. Oder ob sie sich eine bestimmte Person an ihrer Seite wünscht, die dann nur für sie da ist ...
  • Auch Sie als Eltern dürfen Ihre Wünsche benennen. Vielleicht haben Sie keine Lust, Kuchen zu backen, sondern wollen lieber Pizza bestellen, gemeinsam ins Café oder Eis essen gehen …
  • Wichtig ist, die Wünsche aller Familienmitglieder ernst zu nehmen – ohne sie abzuwerten. Dazu gehört auch, Jana ihre Gefühle nicht auszureden, sondern ihr zuzugestehen, traurig oder enttäuscht zu sein. Und genauso wichtig ist, dass Luisas großer Tag dadurch nicht geschmälert wird. Für sie kann es hilfreich sein zu hören: „Egal, wie deine Schwester reagiert – es ist dein Tag und du darfst deine Feier genießen!“
  • Das alles ist eine gute Basis, um anschließend gemeinsam zu überlegen, wie die Einschulungsfeier gestaltet werden soll. Schreiben Sie Ihre Ideen auf: Wer was übernimmt, wie die Feier abläuft, wer dabei sein wird …

Falls Sie auf Nummer sicher gehen möchten, können Sie auch einen „Notfallplan“ machen: Zum Beispiel die Paten von Jana oder eine ihrer Freundinnen einladen, die sich dann vorrangig um sie kümmern. Oder bei einem gemeinsamen Vorbereitungstreffen, zum Beispiel mit den Großeltern klären, wer was schultern kann, damit alle einen stressfreien und schönen Tag erleben.

Sabine Maria Schäfer
Erziehungsberaterin, systemische Familientherapeutin und "Kess-erziehen" - Kurs-Referentin

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